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Sanagi

General Pop , General Dance & Electronic
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Die vor Charisma sprühende norwegische Sängerin Lene Toje (26) und der in England aufgewachsene halb-japanische Elektronik-Virtuose Robin Sato (23) lernten sich 2002 an Paul McCartneys Liverpooler Talentschmiede LIPA kennen und gründeten dort das Elektropop-Duo Sanagi. Aus diesem Kokon (so die Übersetzung des japanischen Bandnamens) sollten im Laufe der nächsten Jahre eine ganze Reihe wunderschöner, facettenreicher Songs entschlüpfen, die bald auch ausserhalb Liverpools Gehör fanden. Beflügelt von der Resonanz bei einer ersten Deutschland-Tournee, entschlossen sich Lene und Robin, Berlin als zukünftigen Heimathafen anzusteuern.
Das noch in England fertiggestellte und später auf Traumton Records veröffentlichte Album Mish Mash wurde nicht nur im Rahmen der Popkomm und der Mediawave (dem größten osteuropäischen Festival für elektronische Musik) präsentiert, sondern auch im Funk und in der Presse begeistert wahrgenommen. So erkannte die Jazzthetik ""minimalistische Klangidyllen, die man sich auch gut kammermusikalisch mit Oboe und Pizzicati vorstellen kann"" und vor allem ""eine Gabe ansteckender Albernheit, die man bei Trip-Hop-Duos der vorangegangenen Dekade vergeblich suchte"". Das Berliner Stadtmagazin tip fand den Begriff „Folktronic“ für Sanagi zutreffend: "Obwohl Robin statt akustischen Instrumenten lieber tropfende Wasserhähne sampelt, haben Lenes Gesangsmelodien eindeutig Folksong-Charakter."
Nun sind Sanagi mit ihrem neuen Album Sailing The Seven Seas (ebenfalls Traumton Records) in zweierlei Hinsicht in Berlin angekommen: nicht nur, dass die Songs alle in der neuen Heimat entstanden, sie wurden auch direkt im Label-eigenen Studio aufgenommen. An den Reglern saß kein Geringerer als Traumton-Co-Gründer Wolfgang Loos, der Mitte der Achtziger die größten Hits des Elektro-Pop-Trios Alphaville („Big In Japan“; „Forever Young“) produzierte. Dabei wurden besonders die - alle von Lene Toje eingesungenen - Chöre auf ein Level gehoben, das sich vor den stilbildenden ABBA-Duetten nicht zu verstecken braucht. Aber auch Robins Vorliebe für theatralische Sound-Gimmicks, wie sie besonders im „Sanagi Lovesong“ und „Knock Knock“ zutage tritt, hat eine weitere Genialitätsstufe erreicht.


Wie das Vorgängeralbum präsentiert Sailing the Seven Seas ein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten: Sie reichen von der wundervoll transparenten Ballade „See-Through-Me“ bis zur gewitzten Girly-Rap-Persiflage „You Know What I Hate?“. Die kleine Gewaltfantasie „She's A Beautiful Man“ mit genialer - von Lene selbst gesungener - Fado-Einlage lädt auf die Tanzfläche. Ebenso das extrem funky daher kommende Eingeständnis unbezwingbarer Neugier „Knock Knock“.
Als Zugabe geben Sanagi noch eine sehr eigene Variante des (durch Elvis und The Platters gleichermaßen berühmt gewordenen) Doo-Wop-Klassikers „Only You“. Diese ist lustig und anrührend zugleich; eine Qualität, die das ganze Album auszeichnet. Und die auch live - nicht zuletzt dank Sanagis sympathischer Bühnenausstrahlung (die beiden haben inzwischen raffinierte Choreographien in petto) – bestes Entertainment verspricht.

Mitglieder/Instrumente

Lene Toje: Gesang
Robin Sato: Synthesizer
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